Dermatoskop


Das Dermatoskop ist ein Instrument für die genaue Untersuchung der Haut. Es wird in der Dermatologie eingesetzt, um einzelne, tieferliegende Hautschichten genauer betrachten und folglich besser beurteilen zu können.

Die mit einem Dermatoskop durchgeführte Untersuchung heißt Dermatoskopie (auch als Auflichtmikroskopie oder Epilumineszenzmikroskopie bezeichnet). Dabei handelt es sich um ein einfaches Untersuchungsverfahren, bei dem die Körperoberfläche nicht verletzt wird (nicht-invasiv). Die Dermatoskopie ermöglicht es dem Hautarzt (Dermatologen), Hautveränderungen genauer zu untersuchen, ohne eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen zu müssen.

Das Dermatoskop ist im Grunde genommen ein Vergrößerungsglas mit einer eigenen Lichtquelle. In der Regel weisen die meisten Geräte eine 10-fache Vergrößerung auf, einzelne Dermatoskope erreichen auch eine 400-fache Vergrößerung. Es gibt zwei Arten von Dermatoskopen:

Arzt untersucht mit Dermatoskop verdächtige Hautstellen

Mithilfe des Dermatoskops kann der Hautarzt die Haut genauer untersuchen und somit mögliche Krankheiten frühzeitig erkennen.

1. Monokulare Geräte: Bei der Dermatoskopie wird am häufigsten ein monokulares Dermatoskop eingesetzt. Dieses legt der Hautarzt direkt auf die entsprechende Hautstelle, die er näher untersuchen möchte. Diese Art der Dermatoskopie wird auch als Kontaktdermatoskopie bezeichnet. Zwischen der Haut und dem Vergrößerungsglas wird Öl bzw. Alkohol (z.B. Desinfektionsspray) als Kontaktmedium verwendet. Durch diesen Flüssigkeitsfilm ändern sich die Reflexionseigenschaften der Haut. Im Normalfall wird das Licht, welches auf die Haut trifft, zum größten Teil von der mehrschichtigen Oberhaut (Epidermis) reflektiert. Der Öl- oder Alkoholfilm verringert diese Reflexion. Dadurch gelangt das Licht tiefer in die Haut, wodurch eine Darstellung tieferer Hautschichten möglich ist. Je nach Stärke des Vergrößerungsglases kann der Hautarzt im Bestfall bis zu den oberen Schichten der Lederhaut (Dermis) blicken.

Bei manchen Dermatoskopen ist die Kontaktschicht aus Öl oder Alkohol nicht mehr notwendig. Diese Geräte nutzen statt der Flüssigkeit ein spezielles (polarisiertes) Licht, um die Darstellung zu verbessern. Diese Dermatoskope müssen nicht mehr direkt auf die Haut aufgelegt werden, weswegen Hautärzte von einer kontaktlosen Dermatoskopie sprechen.

2. Binokulare Geräte (Stereomikroskope): Ein binokulares Dermatoskop ist ein videogestütztes, digitales System, mit dem ebenfalls eine kontaktlose Dermatoskopie möglich ist. Diese Dermatoskop-Variante ist sehr teuer und wird daher selten eingesetzt.

Das Dermatoskop wird in der Dermatologie sehr vielseitig verwendet. Es ermöglicht in vielen Fällen eine verlässliche Diagnose, da durch das Dermatoskop Gewebsveränderungen – die charakteristisch für eine bestimmte Hautkrankheit sind – erkannt werden können. Dies ist mit bloßem Auge oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Dermatoskopie wird von Hautärzten im Wesentlichen eingesetzt zur:

  • Früherkennung von Hautkrebs (über die ABCDE-Regel hinaus)
  • Diagnose von Hautkrankheiten (z.B. Psoriasis, Neurodermitis)
  • Erkennung von Parasiten (z.B. Krätze)
  • Erkennung von Fremdkörpern (z.B. Glas, Holz)
  • Beurteilung von Einblutungen

Beurteilung der Hautanhangsgebilde (Haare, Nägel, Hautdrüsen)

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