Dermographismus


Der medizinische Begriff „Dermographismus“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Hautzeichnung“ oder „Hautschrift“. Dermographismus ist die sichtbare Reaktion der Haut auf mechanische Reize (z.B. Kratzen, Scheuern der Kleidung).

Hautärzte (Dermatologen) unterscheiden drei Formen des Dermographismus:

Dermographismus: mechanische Reize lösen Juckreiz und Hautrötungen aus

Hautrötungen und starker Juckreiz, an vorher mechanisch gereizten (z.B. durch Kratzen) Hautstellen, sind typische Merkmale des Dermographismus.

  • Dermographismus ruber (roter Dermographismus): Bei einer mechanischen Reizung der Haut (z.B. mit einem Holzspatel oder durch Kratzen) entsteht ein roter Strich. Diese Rötung entsteht durch das Zusammenspiel der Nerven mit dem Gefäßsystem: Der Reiz wird aufgenommen, mithilfe der Nerven weitergeleitet und führt als Reaktion zur Erweiterung der Blutgefäße. Der rote Dermographismus ist somit eine normale (physiologische) Reaktion, die bei jedem Menschen auftritt. Nach kurzer Zeit verschwindet die Hautrötung wieder.
  • Dermographismus albus (weißer Dermographismus): Auf der Haut bildet sich ein weißer Streifen, wenn sie mechanisch gereizt wird. Zunächst tritt der normale rote Dermographismus auf. Nach wenigen Augenblicken wird der Streifen jedoch weiß. Im Gegensatz zum roten Dermographismus erweitern sich die Blutgefäße nicht, sondern sie verengen sich. Der weiße Demographismus tritt bei vielen Menschen mit atopischen Erkrankungen wie Allergien oder Neurodermitis (atopische Dermatitis). Er gehört zu den sogenannten atopischen Stigmata − darunter verstehen Hautärzte Anzeichen einer Neigung für allergische Erkrankungen der Haut.
  • urtikarieller Dermographismus (Leistendermographismus): Bei einer mechanischen Hautreizung bildet sich eine strichförmige Quaddel (Urtika) − also eine rötlich-weiße, flüssigkeitsgefüllte Erhebung der Haut. Um die Quaddel herum ist die Haut gerötet. Die Quaddelbildung bleibt auf die Stelle der mechanischen Reizung begrenzt und dehnt sich nicht weiter aus. Der urtikarielle Dermographismus tritt bei Menschen mit Nesselsucht (Urtikaria) auf. Hin und wieder entwickeln aber auch nicht davon betroffene Menschen einen urtikariellen Dermographismus, ohne dass dies auf eine Erkrankung hinweist.

Gelegentlich ist darüber hinaus von einem Dermographismus niger (schwarzer Dermographismus) die Rede. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Dermographismus im klassischen Sinne, der durch eine mechanische Hautreizung entsteht. Vielmehr bezeichnet der Begriff die Dunkelfärbung der Haut, die zum Beispiel durch Ringe, Armbänder oder andere Schmuckstücke auftreten können. Der schwarze Dermographismus entsteht durch den Abrieb von feinen Metallteilchen, die sich auf der Haut ablagern.

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