Lichenifikation


Lichenifikation ist die Fachbezeichnung für eine flächenhafte, lederartige Veränderung der Haut, auch Flechtenbildung genannt. Sie äußert sich durch:

  • Verdickung der Haut
  • Vergröberung der Hautstruktur
  • Verminderung der Hautgeschmeidigkeit (Elastizität)
  • Vertiefung der Hautfurchen

Je nach Ursache gehen mit einer Lichenifikation häufig weitere Symptome an den betroffenen Hautstellen einher, wie zum Beispiel:

Lichenifikation: flechtenartige Verdickungen der Haut

Bei der Lichenifikation entstehen Verdickungen der Haut, die wie Flechten aussehen.

  • trockene Haut
  • schuppende Haut
  • juckende Haut (Juckreiz)
  • übermäßige oder verminderte Einlagerung von Hautfarbstoffen wie Melanin (Hyper- oder Hypopigmentierung), die sich durch braune Pigmentflecken oder weiße Hautstellen äußert

Bei der Lichenifikation handelt es sich um ein Symptom, also die Folge oder Begleiterscheinung einer Erkrankung und nicht um eine Krankheit. Sie zählt zu den sogenannten sekundären Effloreszenzen Eine Lichenifikation kann in jedem Bereich des Körpers auftreten, selbst die Schleimhäute (z.B. im Genitalbereich oder in der Mundhöhle) sind mitunter betroffen. An welchen Hautstellen genau sich die Hautflechten bilden, ist vom Auslöser abhängig.

Die Lichenifikation kann unterschiedliche Ursachen haben:

1. Physikalische Reize: Zu den physikalischen Ursachen einer Lichenifikation gehören unter anderem das Kratzen und Reiben der Haut, die Reibung von Kleidung oder der Etiketten auf der Haut sowie Hitze, Kälte und trockene Luft.

2. Chemische Reize: Zu den chemisch reizenden Stoffen gehören zum Beispiel Waschmittel, Spülmittel und Kosmetika.

3. Entzündliche Ursachen: Bei verschiedenen chronischen Hauterkankungen (Dermatitiden), die mit Entzündungsreaktionen der Haut einhergehen, tritt eine Lichenifikation oft als Begleitsymptom auf. Dazu gehören:

  • Ekzeme, zum Beispiel Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Lichen pilaris (Hornknötchenflechte)
  • Lichen ruber planus (Knötchenflechte)
  • Lichen planus mucosae (Lichen ruber mucosae) = Form der Knötchenflechte, welche die Mundschleimhaut betrifft
  • Lichen simplex chronicus (auch Lichen vidal oder Neurodermitis cirumscripta genannt)
  • Lichen sclerosus (Lichen albus)
  • Lichen aureus (Lichen purpuricus)

Die Behandlung einer Lichenifikation richtet sich danach, durch welche Grunderkrankung sie verursacht wurde und an welchen Stellen sie auftritt. Eine Möglichkeit sind zum Beispiel entzündungshemmende sowie schuppenlösende Wirkstoffe.

Übrigens: Nicht nur Menschen können eine Lichenifikation der Haut entwickeln. Die Flechtenbildung kann bei Hunden beispielsweise auch durch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder einen Hodentumor ausgelöst werden.

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