Melanin


Melanin ist der wichtigste Farbstoff des Menschen. Mediziner bezeichnen biologische Farbstoffe auch als Pigmente.

Melanin wird in speziellen, pigmentbildenden Zellen produziert: den sogenannten Melanozyten. Diese befinden sich in den Hautschichten, aber auch an anderen Körperstellen. Darunter fallen:

  • Basalschicht (Stratum basale) der Epidermis (Oberhaut)
  • Haarwurzeln (Bulbus des Haarfollikels)
  • mittlere Augenhaut (Uvea)
  • Gehörschnecke des Ohres (Cochlea)
  • weiche Hirnhäute (Leptomeningen)

Es gibt zwei Hauptarten von Melanin:

  • Eumelanin (schwarz-braun)
  • Pheomelanin (gelb-rot)

Die Art des Melanins, dessen Menge sowie das Mischverhältnis beider Hauptarten bestimmen die Augen- und Hautfarbe sowie den Hauttyp. Außerdem sind diese Faktoren verantwortlich für die einzelnen Abstufungen bzw. Variationen.

Zu einer Melaninproduktion in den Melanozyten tragen verschiedene Ursachen bei. Der Hauptauslöser ist zweifelsohne die UV-Strahlung: Sie fungiert als Warnsignal für die Zelle. Vermehrte Sonneneinstrahlung kann zu Lichtschäden am Genmaterial bzw. der DNA führen; folglich aktiviert die Zelle ihren eigenen Sonnenschutz – das Melanin. Der Farbstoff lagert sich rund um den Zellkern einer Hautzelle an und schottet diesen ab, da dieser die zu schützende DNA enthält. Somit funktioniert Melanin wie ein körpereigener Sonnenhut. An der Hautoberfläche ist die verstärkte Melanin-Produktion durch eine Bräunung der Haut erkennbar.

Bei einer zu starken oder schwachen Bildung von Melanin entstehen Pigmentierungsstörungen der Haut. Eine übermäßige Pigmentierung bezeichnen Mediziner als Hyperpigmentierung. Diese kann auf zwei Arten entstehen:

  1. vermehrte Melanin-Produktion
  2. erhöhte Anzahl an Melanin-produzierenden Zellen (Melanozyten) und damit verbunden ebenfalls eine vermehrte Bildung von Melanin

Zu den Hyperpigmentierungen zählen zum Beispiel Pigmentflecken wie:

Eine verminderte Pigmentierung wird in der medizinischen Fachsprache Hypopigmentierung genannt. Sie kann ebenfalls auf verschiedene Arten entstehen:

  • Störung der Melanin-Bildung
  • gestörte Entwicklung der pigmentbildenden Melanozyten
  • ungleichmäßige Verteilung der Melanozyten in der Haut während der Embryonalentwicklung

Beispiele für eine Hypopigmentierung sind der Albinismus (angeborene Pigmentierungsstörung, welche Haut und Haare, aber auch andere Organe betreffen kann) und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo: Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Melanozyten zerstört).

Bei Menschen mit einer Hypopigmentierung zeigt sich die Schutzfunktion des Hautfarbstoffs Melanin besonders deutlich: Die verminderte Pigmentierung führt dazu, dass die Betroffenen extrem empfindlich auf UV-Strahlung reagieren. Sie müssen daher besonders sorgfältig auf einen umfassenden Sonnenschutz achten. Außerdem müssen sich diese Menschen regelmäßig beim Dermatologen (Hautarzt) untersuchen lassen, da ihr Hautkrebsrisiko erhöht ist.

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