Melanom (schwarzer Hautkrebs)


Als Melanom werden bösartige (maligne) Tumore bezeichnet, die aus Melanozyten (Zellen, die den Farbstoff Melanin produzieren) hervorgehen. Da die farbgebenden Zellen betroffen sind, erscheinen Melanome meistens braun bis schwarz gefärbt. Aus diesem Grund werden Melanome auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt. Diese Krebsart gilt als besonders gefährlich, da die entarteten Zellen bereits früh Tochterabsiedlungen (Metastasen) bilden und andere Organe befallen.

Generell neigen Menschen mit einem hellen Hauttyp (I oder II) eher dazu, schwarzen Hautkrebs zu entwickeln als stärker pigmentierte Hauttypen (z.B. Afrikaner, Lateinamerikaner, Bewohner der Mittelmeerregion oder dunkle Asiaten). Vor allem durch die Zunahme künstlicher UV-Quellen (Solarien) und das wachsende Ozonloch (wodurch mehr UV-Strahlung auf die Erde gelangt) steigt die Zahl von Melanom-Erkrankungen in Mitteleuropa, wo vorwiegend hellere Hauttypen leben.

Es lassen sich vier Melanom-Arten unterscheiden:

1. Superfiziell-spreitendes Melanom (SSM): ist die am häufigsten vorkommende Melanom-Art (etwa 70 Prozent aller auftretenden Melanome); in den Anfangsstadien wächst es erst in die Breite, später auch in die Höhe

2. Noduläres Melanom (NMM): knotenförmiges Melanom, das vorwiegend auf zuvor harmlosen, farbigen Hautveränderungen (Nävi; z.B. Muttermalen oder Leberflecken) entsteht; bildet sehr schnell Tochterabsiedlungen, weshalb die Heilungschancen oft ungünstig sind

3. Lentigo-maligna-Melanom (LMM): es entwickelt sich auf der Grundlage einer Lentigo maligna (gutartiger Tumor mit langsamem Wachstum); im Melanom-Stadium sind auch Metastasen möglich, allerdings treten diese beim LMM meist sehr spät auf, weswegen die Heilungschancen sehr gut sind

4. Akrolentiginöses Melanom (ALM): dieses Melanom kommt an den Handinnenflächen, den Fußsohlen, Fingern und Zehen vor

Frauen und Männer erkranken etwa gleich häufig an Melanomen, allerdings gibt es bezüglich des Erkrankungsorts geschlechtsspezifische Unterschiede: während Männer Melanome vorwiegend am Körperstamm (d.h. am Rücken oder der Brust) aufweisen, entsteht schwarzer Hautkrebs bei Frauen vorrangig an den Unterschenkeln. Melanome treten meistens ab einem mittleren Lebensalter, d.h. zwischen 50 und 60 Jahren auf. Jedoch können Umwelt- sowie genetische Faktoren zu einem früheren Ausbruch der Erkrankung führen.

Auslöser für die Entstehung von Melanomen sind:

  • Vorläuferläsionen: darunter versteht man bereits vorhandene, bislang harmlose Hautveränderungen (wie z.B. Muttermale oder Leberflecken), die im Laufe der Zeit zum Ausgangspunkt für Hautkrebs werden; allerdings werden die meisten Melanome aus zuvor komplett gesunden Zellen gebildet
  • UV-Strahlen: vor allem häufige und schwere Sonnenbrände (meist mit Hautablösung) während der Kindheit führen zu Genschäden in den Hautzellen, wodurch sich diese fehlerhaft weiterentwickeln und unbegrenzt vermehren; als Folge entsteht Krebs. Daher ist ein intensiver Sonnenschutz wichtig
  • heller Hauttyp: Menschen mit einem hellen Hauttyp neigen eher zu Sonnenbränden, da sie einen geringen Eigenschutz der Haut besitzen und nur kurze Sonnenaufenthalte vertragen; setzen sich diese Hauttypen (I und II) dennoch verstärkt der Sonne aus, kommt es zu lichtbedingten Genschäden an den Hautzellen, die daraufhin entarten und zu Melanomen führen können
  • genetische Vorbelastung: in manchen Familien treten Melanome gehäuft auf, da die auslösenden Faktoren über die Gene an nächste Generationen weitergegeben werden (wie z.B. eine Immunschwäche oder ein fehlerhaftes Zellen-Reparatursystem)
  • Immundefizienz (Immunschwäche): wird das körpereigene Immun- bzw. Abwehrsystem durch Medikamente geschwächt oder vollkommen zerstört, können Krankheitserreger wie Viren leichter die Hautbarriere durchdringen und mitunter das Genmaterial der Hautzellen verändern; als Folge entarten die Zellen und es entsteht schwarzer Hautkrebs

Einen verdächtigen Fleck untersucht der Dermatologe zunächst mithilfe der ABCDE-Regel. Diese hilft dem Arzt dabei einzuschätzen, ob es sich bei der Hautverfärbung um einen harmlosen Pigmentfleck oder Hautkrebs handelt. Sind die meisten Kriterien der ABCDE-Regel erfüllt oder herrscht Unklarheit, entnimmt der Arzt eine Hautprobe (Biopsie), um eine finale Diagnose zu stellen. Ist der Verdacht auf Hautkrebs bestätigt, wird je nach Größe, Form und Ausbreitungsstadium des bösartigen Tumors entschieden, ob eine OP, eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie sinnvoll ist.

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