Melanozyten


Melanozyten sind Zellen mit langen, fingerförmigen Ausläufern (Dendriten). Sie enthalten das wichtigste Pigment des menschlichen Körpers: Melanin. Je nachdem wieviel Melanin ein Melanozyt enthält, lassen sich verschiedene Reifungsstadien unterscheiden. Die Melanozyten geben das Melanin an die umliegenden Zellen (genauer Hornzellen oder Keratinozyten) der obersten Hautschichten ab.

Das Melanin schützt die Epidermis-Zellen vor genetischen Schäden durch UV-Strahlen, indem es sich rund um den Zellkern ablagert.

Die höchste Dichte von Melanozyten weisen Hautbereiche auf, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind – oder Regionen, die androgen-sensitiv (d.h. sensitiv gegenüber männlichen Geschlechtshormonen) reagieren, wie z.B. der obere Rücken- und Brustbereich oder der Haaransatz. Melanozyten vermehren sich nur langsam, weshalb Narben, die durch Gewebszerstörung entstehen, oftmals farblos bzw. weiß erscheinen.

Anatomie der Melanozyten

Schema der Melanin-Produktion: Der Melanozyt besitzt mehrere Bläschen (Melanosomen), die den Farbstoff Melanin enthalten.

Jeder Melanozyt besitzt zwischen zehn bis 15 Dendriten, mit denen er ungefähr 30 bis 36 Hornzellen mit melaninhaltigen Bläschen (Melanosomen) versorgt. Diese Einheit aus Spender (Melanozyten)- und Empfängerzellen (Hornzellen bzw. Kerationzyten) bezeichnet man als epidermale Melanineinheit.

Melanozyten und die Hauttypen

Grundsätzlich besitzen alle Hauttypen die gleiche Anzahl an Melanozyten. Allerdings sind die melaninhaltigen Bläschen (Melanosomen) von (sehr) dunkelhäutigen Personen anders geformt- sie sind ovaler und insgesamt größer. Die genaue Ausprägung der Melanosomen, d.h. deren Anzahl, Größe und Form, ist immer genetisch festgelegt.

Melanozyten und UV-Licht

Melanozyten beginnen verstärkt Melanin zu produzieren, wenn sie entweder einen Reiz in Form von (UV-)Licht oder durch eine Entzündungsreaktion erhalten. Das Melanin selbst fungiert als Schutzschild der Haut, indem es sich um den Zellkern ansammelt und diesen so vor schädigenden UV-Strahlen abschirmt. Das UV-Licht wird bei diesem Prozess in Wärme umgewandelt. Je nach Hauttyp besitzen Menschen eine unterschiedliche Menge an zellschützendem Melanin, wodurch jede Person einen anderen, „körpereigenen“ Lichtschutzfaktor (LSF) besitzt. Zusätzlich erhöht die UV-Strahlung die Reichweite der Melanozyten, indem verstärkt neue Zellausläufer gebildet werden. Dadurch kann sich das Melanin gleichmäßiger im Körper verteilen und somit mehrere bzw. größere Hautbereiche vor Lichtschäden schützen.

Melanozyten werden nicht nur durch UV-Licht aktiviert, sondern auch durch männliche und weibliche Geschlechtshormone. Aus diesem Grund können Hormonschwankungen, wie z.B. bei Frauen während der Menopause oder bei Männern infolge des Testosteronabfalls ab Mitte 50, auch zu Pigmentstörungen führen.

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