Sonnenbrand


Der Sonnenbrand – medizinisch auch Erythema solare genannt – stellt einen akuten Lichtschaden durch UV-Strahlung dar. Er kann drei Phasen durchlaufen:

  • eine Hautrötung (Erythem)
  • eine anschließende Pigmentierung
  • eine übermäßige Zellbildung (Hyperplasie) in der Oberhaut (Epidermis)
Frau mit Sonnenbrand an Hals und Schultern

Erytheme (Hautrötungen) sind das typische Anzeichen eines Sonnenbrands.

Grundsätzlich können sowohl kurz- als auch langwellige UV-Strahlen Hautrötungen verursachen. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass die Erytheme beim Sonnenbrand vorwiegend durch die kurzwelligen und energiereichen UVB-Strahlen ausgelöst werden. Nur ungefähr 25 Prozent aller Sonnenbrände werden durch UVA-Strahlen verursacht. Der Grund hierfür ist, dass UVA-Strahlen energieärmer sind und deswegen erst nach extrem langen Aufenthalten (36 bis 48 Stunden) in der Sonne auch Erytheme verursachen. Aber auch wenn die UVA-Strahlung meist nicht der entscheidende Faktor für einen Sonnenbrand ist, wird dessen Wirkung auf die Haut mit der Zeit sichtbar: es entstehen Altersflecken. Um diesen braunen Verfärbungen bzw. Sonnenschäden durch UVA vorzubeugen, ist es wichtig auf einen Sonnenschutz mit einem entsprechenden UVA-Filter zu setzen.

UV-Licht schädigt die farbgebenden Anteile (Chromophoren) des Pigments Melanin in der Haut und beeinträchtigt dadurch dessen Schutzfunktion. Das Melanin kann die Sonnenstrahlen nicht mehr einfangen und sie in Wärme umwandeln, weswegen das Genmaterial der Hautzellen (die direkt dem Licht ausgesetzt sind) einem höheren Risiko für Schäden bzw. Veränderungen ausgesetzt ist. Zum anderen stößt UV-Strahlung die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen an. Dadurch kommt es zur Entzündungsreaktion der Ober- und Lederhaut und die klassische Rotfärbung der Haut wird sichtbar.

Die Wahrscheinlichkeit einen Sonnenbrand zu entwickeln hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Der Hauttyp wiederum ergibt sich aus dem Anteil an Melanin in der Haut. Zudem ist entscheidend, welches Mischverhältnis der beiden Melaninformen, Eumelanin (schwarz-brauner Farbstoff) und Phäomelanin (gelb-roter Farbstoff), besteht. Sowohl die Menge an Melanin als auch das Mischverhältnis sind genetisch vorgegeben. Prinzipiell bekommen helle Hauttypen, v.a. mit roten Haaren, schneller einen Sonnenbrand als extrem dunkle Hauttypen, da letztere kaum bis nie bräunen.

Im Regelfall lassen sich beim Sonnenbrand drei Hautrötungsphasen unterscheiden:

  • die ersten Rötungen treten bereits nach kurzer Zeit (wenige Stunden) auf
  • die stärkste Rotfärbung der Haut ist etwa nach 12 bis 24 Stunden erkennbar
  • nach 48 bis 72 Stunden sind die Erythem-Symptome meist abgeklungen

In den ersten beiden Phasen sind die vom Sonnenbrand betroffenen Hautbereiche durch hellrote, schmerzende und scharf begrenzte Rötungen gekennzeichnet. Bei starken Verbrennungen bzw. schweren Sonnenbränden kann es möglicherweise auch zu Blasenbildung, Fieberschüben oder dem Absterben (Nekrose) einzelner Hautpartien kommen. Während der Abheilung der Haut kommt es zu Pigmentierungen und Abschuppungen. Die entstandene Pigmentierung kann dauerhaft (irreversibel) sein.

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